Jeder kennt sie – die blauen Früchte. Und doch gibt es noch so viel Spannendes über sie zu wissen! Allein mit ihrer langen Geschichte bis ins zweite Jahrtausend vor Christus und ihrem Weg vom Kaukasus nach Europa ließen sich zahlreiche Seiten füllen. Wir haben die wichtigsten Fakten rund um Pflaumen und Zwetschgen für Sie zusammengetragen.
Wussten Sie schon…
… dass Pflaumen und Zwetschgen zur Familie der Rosengewächse gehören?
Des Weiteren zählen sie genau wie Kirschen, Aprikosen und Pfirsiche zum Steinobst. Über 2.000 Pflaumensorten gibt es weltweit; in Deutschland spielen etwa 25 Sorten eine Rolle. Die bekanntesten sind Hauszwetschge, Bühler Zwetschge, Cacaks Schöne, Cacaks Fruchtbare, Cacaks Beste, Auerbacher und Hanita.
… dass Pflaumen und Zwetschgen sehr „kreuzungswillige“ Sorten sind?
Daher ist es kaum noch möglich, die beiden Fruchtsorten auseinander zu halten; die Begriffe werden oft als Synonyme gebraucht. Grob lassen sie sich so auseinander halten: Pflaumen sind rundlich, Zwetschgen länglich. Pflaumen haben eine ausgeprägte Bauchnaht, Zwetschgen nicht. Pflaumen sind in erster Linie zum Frischverzehr geeignet, da sie angenehm weich und saftig sind. Zwetschgen hingegen bleiben auch beim Backen fest und süß. Ihr länglicher, flacher und an beiden Enden spitze Stein lässt sich in reifem Zustand gut vom Fruchtfleisch lösen.
… dass Pflaumen und Zwetschgen oft eine weiße Wachsschicht besitzen?
Dieser sogenannte „Duftfilm“ ist ein Qualitätskriterium und steht für Frische. Mutter Natur hat sich hier einen genialen Trick einfallen lassen: Diese „Beduftung“ schützt die Früchte vor dem Austrocknen, indem sie die Feuchtigkeit in den Früchten bewahrt.
… dass es zum Entsteinen von Pflaumen und Zwetschgen spezielle Entsteiner mit verschiedenen Einsätzen für große und kleine Früchte gibt?
Mittlerweile können die Geräte auch sehr große Früchte entsteinen. Alternativ lassen sie sich natürlich auch mit dem Küchenmesser teilen, so dass der Stein leicht mit der Hand entfernt werden kann. Bei Zwetschgen ist die Steinlöslichkeit besonders gut.
… dass Pflaumen und Zwetschgen zur Hälfte pur genossen werden?
Die andere Hälfte wird weiter verarbeitet. Dabei sind Zwetschgenkuchen und Pflaumenmus die Favoriten. Apropos Frischverzehr: Wer auf die schlanke Linie achten möchte, wählt lieber frische Pflaumen, denn Trockenpflaumen haben vier bis fünf Mal so viele Kalorien.
… dass der früheste Beleg für die Verbreitung der Pflaume ein Blattabdruck aus dem Jahr 2300 vor Christus ist?
Wilde Pflaumen wuchsen damals rund um das Schwarze Meer, in Syrien wurden sie dann kultiviert bis sie schließlich über Italien mit den Römern nach Nordeuropa kamen. Funde von Steinen in den Pfahlbauten am Bodensee, in einer Wikingersiedlung bei Schleswig aus dem 9. bis 11. Jahrhundert sowie aus dem Mittelalter im Rheinland belegen ihre frühe und weitreichende Verbreitung.
… dass ausgerechnet die Pflaume als einzige Obstart als Schimpfwort herhalten muss?
Mit „Pflaumenaugust“ ist ein dummer, einfältiger Mensch gemeint, im Lateinischen auch "augustus vaginae" genannt. Ein Lichtblick: In Nordrhein-Westfalen ist „Pflaumenaugust“ allerdings keine ernstgemeinte Beleidigung, sondern umschreibt auch einen durchaus sympathischen Menschen mit ungewöhnlichen Gewohnheiten.
... dass es in der ganzen Welt Sprichwörter und Redewendungen über die Pflaume gibt?
Einige Beispiele:
„Die Pflaume schmeckt am besten frisch vom Baume.“
„Man muss die Pflaume erst haben, ehe man sie backen kann.“
„Aus einem Pflaumenkern wird keine Eiche.“
„Da kannst du warten bis Pflaumenpfingsten!“ (Da kannst du bis zum Sankt Nimmerleinstag warten; an Pfingsten gibt es noch keine Pflaumen.)
„Die süßeste Pflaume im Hochzeitskuchen ist die Hoffnung.“ (aus England)
„Eine Pflaume anzusehen heißt nicht, seinen Durst zu löschen.“ (aus China)
„Der Geizhals berechnet erst die Pflaumen und dann den Reif an denselben.“ (Russland)
„Zwetschgen blau macht den Metzger grau.“ (Wenn die Pflaumen blau, also reif sind (Spätsommer und Herbst), gibt es kaum Kälber.)
